Erlesene Freuden
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DAS IST MEIN LEIB, MEIN BLUT

Die Eucharistie -

Einführung in ihr Verständnis

von Klaus P. Fischer

ISBN: 9783844805437

112 Seiten, € 9,90

VORWORT

Eine alte, pastorale Grundregel offizieller Kreise in der katholischen Kirche besagt, es gelte alles zu vermeiden, ja zu verhindern, was die Gläubigen verwirren könne. Dieser bewährten Regel zuwider werden die Katholiken seit einiger Zeit von verwirrenden Nachrichten heim gesucht. Fast fünfzig Jahre nach der Liturgie-Reform des II. Vatikanischen Konzils wird die „alte Messe“, d.h. die vorkonziliare Messform – in den Augen von Traditionalisten „die Messe aller Zeiten“ – , gegen den Widerstand auch vieler Bischöfe wieder zugelassen, mit der Maßgabe, diese „alte Messe“ neben der „neuen Messe“ hoch zuhalten und im Bewusstsein der Gläubigen als gleichwertige, obschon bloß „außerordentliche“, Feierform zu verankern. Das mit diesem ́Toleranz-Edikt` einhergehende Problem liegt (wie der grimmige Widerstand von Traditionalisten zeigt) darin, dass bedeutsame Einsichten der Theologen und Liturgiker, durch biblisch-urkirchliche und ökumenische Studien befördert, zu der vom Konzil beschlossenen, liturgischen Erneuerung geführt haben. Die Liturgie-Reform verdankt sich also einem vertieften Glaubensverständnis.
Für pastoral Erfahrene liegt es auf der Hand, dass mit der Zulassung der vorkonziliaren Form auch die damals zugunsten besserer Einsicht zurückgestellten, älteren Vorstellungen und Auffassungen über Inhalt und Zweck der hl. Messe wieder hochkommen und sich ausbreiten werden. In eine aus gutem Grund verlassene Form kann man nicht zurück kehren (wie in ein Kostüm), ohne den historisch ihr zugehörigen Inhalt wieder mit aufzunehmen und weiter zu transportieren. Verwirrung und Streit unter Gläubigen sind in diesem Rahmen leicht absehbar. Dies umso mehr, als das Echo von katholischen und auch evangelischen Teilnehmern an Vortrags- und Fortbildungs-veranstaltungen des Verfassers über das Thema Eucharistie in den letzten Jahren gezeigt hat, dass die Unsicherheit der Christen in Bezug auf das Verständnis der Eucharistie beträchtlich und ihr erklärtes Bedürfnis nach tieferem Verständnis dessen, was man glaubt und glauben soll, überraschend hoch ist (jedoch von nicht wenigen Verantwortlichen immer wieder unterschätzt wird). Der Verfasser möchte auf den folgenden Seiten zusammenfassen und weiteren Kreisen zugänglich machen, was in den oben genannten Vorträgen und Tagungen von den Teilnehmern als wesentlicher Erkenntnisgewinn auf dankbares Echo gestoßen ist. Eine Veröffentlichung in Buchform muss zwar bemüht sein, die wichtigste Fachliteratur zum Thema einzubeziehen. Der Haupttext ist jedoch allgemeinverständlich gehalten, verlangt freilich Geduld und Konzentration. Interessierte Leser, die keine Fachleute sind, brauchen über die erhebliche Anzahl der Anmerkungen nicht zu erschrecken. Sie sind sämtlich fachlich gehalten und können ohne Abstriche am Verständnis des Haupttextes übergangen werden. Das gilt auch für die wenigen, ausgewiesenen Anmerkungen, die wegen ihrer Länge – aber in kleinerem Druckbild – in den Haupttext eingefügt sind. Das II. Vatikanische Konzil nennt die Eucharistie „Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens“.
Vielleicht wird dieser Kernsatz durch die Lektüre der nachfolgenden Darstellung deutlicher und durchsichtiger. Diese würde dann zu einer Hilfe dafür, sich in der erwähnten verwirrenden Situation zurechtzufinden. Dem Verfasser liegt daran, die Leser darauf hinzuweisen, dass sich in der Eucharistie das zentrale „Geheimnis des Glaubens“ sowohl auftut wie verhüllt. Dieses wird nur von den „Augen des Glaubens“ geschaut und – wie Pascal mit älteren Vorgängern betont – vom liebenden Herzen berührt. Die Eucharistie lässt sich in der Tiefe nur verstehen, wenn sie nicht bloß in Kirchenräumen begangen, sondern auch in Form und Inhalt der Lebensgestaltung von Christen übersetzt wird. Hinweis: Bibelzitate sind, wo nicht anders angegeben, vom Verfasser übersetzt.
Heidelberg, am Fest des hl. Philipp Neri 2011, Der Verfasser

Literaturhinweis:
Enzyklika Ecclesia de Eucharistia von Papst Johannes Paul II. (anklicken)


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