Erlesene Freuden
Adlerstein Verlag
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Der Mann, der die Wüste aufhielt

Die Geschichte von Yacouba Sawadogo

von Andrea Jeska

Adlerstein Verlag

ISBN: 978-3-9814195-9-7

100 Seiten, 17 Fotos

€ 9,90

 

Über Yacouba Sawadogo las ich auf der Webseite eines Nachrichtendienstes aus Afrika. Dort stand, er habe 30 Hektar Wald ganz alleine gepflanzt und der Wüste fruchtbaren Boden abgerungen. Es war nur eine kleine Meldung, aber sie trug die Überschrift, die auch dieses Buch hat und die der britische Filmemacher Mark Dodd, der über Yacouba eine Dokumentation drehte, seinem Film gab: Der Mann, der die Wüste aufhielt. Das war ein Titel, der mich elektrisierte.

Die Wüste, das ist für mich ein Ort, an dem der Mensch machtlos und ausgeliefert ist. Wer nicht klug, nicht beherrscht, nicht vorsichtig ist, der ist ihr nicht gewachsen. Die Wüste, das ist für mich etwas unüberwindliches, und mehr noch als Gebirge, mehr als das Meer der Beweis, dass wir Menschen unbedeutende, kleine Kreaturen sind. Und nun las ich von einem, der sich der Wüste entgegengestellt hatte, der ihr Fruchtbarkeit und Leben abtrotzte. Nicht mit Maschinen, nicht mit der Überlegenheit von Technik, sondern nur mit seinen Händen.

Was für ein willensstarker Mensch das sein müsse, dachte ich. Von da an wollte ich Yacouba Sawadogo kennen lernen...

"Einen Wald zu haben - das ist der bestmögliche Zustand für die Zukunft. Diesen Satz hat ein deutscher Umweltschützer gesagt, doch er klingt, als wäre er für die Sahelzone gemacht.

Für Jacouba Sawadogo, den Bauern, der die Wüste mit dem Wald bekämpft. Andrea Jeska ist nach Burkina Faso gereist, um Jacouba Sawadogo und seinen Wald zu sehen. Dieses Stück grünen Himmel, das der alte Mann der Hölle aus Kargheit, Hitze und verdorrter Erde abgetrotzt hat. Seit Jahrzehnten gräbt er, sät er und macht den Boden um sein Heimatdorf fruchtbar. Und schafft damit, woran Generationen von Entwicklungshelfern in einem der ärmsten Länder der Welt gescheitert sind. 

Als wäre der bedächtige Rhythmus von Jacouba Sawadogo auf die Autorin übergegangen, beschreibt Andrea Jeska die landwirtschaftliche Heldentat dieses Waldbauern. Und zeigt im Mikrokosmos, welche Konzepte gegen den Hunger in Afrika sinnvoll sein könnten. Das Kleine im Großen erzählt die Reporterin genau und unaufgeregt, gleichzeitig sehr poetisch. 

Es ist eine Freude, Andrea Jeskas großartige journalistische Leistung mit dem Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Reportage auszuzeichnen."

(Aus der Bewertung der Jury zum Theodor Wolff-Preis 2013)


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